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Patch to Patch

Patchwork

Teils aus neuwertigen und teils aus getragenen Textilien hergestellt
--> in der Beschreibung ersichtlich

  "Zimtkuchen",   "Zimt mit Waldbeeren - Patchwork Decke",   "Krabbeldecke für Babys,      bunte "Baby Decke",   "Flick To Patch Blue" aus Jeans,   "Flick To Patch Red'n Black"

Farbharmonien die die Seele schmeicheln

Patchwork auf türkisch: Hanim dilendi bey Beyendi
Mit neun jahren fertigte Filiz Taskin bei ihrer Großmutter in Bursa/Türkei ihre erste Patchwork-Arbeit, ein Kopfkissen, an. 'Patchwork' gilt allgemein als eine Kunst indianischen Ursprungs. Filiz hatte entdeckt, dass Patchwork in der Türkei schon seit langem bekannt ist und zum Beispiel bei der Herstellung von Gebetsteppichen oder Einschlagtüchern (Bohca) für den Transport von Wäsche, Babies oder Hausrat Verwendung fand. Jede Decke wurde von ihr individuell bearbeitet, jede hat auch wirklich eine Geschichte für sich, ist ein Orginal. Ihre Weigerung, eine Decke zu wiederholen stellt ihre Einstellung zu ihrer Arbeit dar. Oft erzählte sie mit einem Stück Stoff, das mal von jemandem getragen worden ist, eine ganze Welt von Erinnerungen, die nicht ersichtlich ist für den Unwissenden. Ihre Decken sind schön und stellen eine Landschaften lenbendig in Farbe dar. Sie arbeitete an jedem Stück mit viel Liebe und Geduld und wußte auch das nächste Stück Stoff in einen farblich- harmonischen Zusammenhang zu bringen. Es ist nie langweilig, da jedes Stück eine unwiederholbare Kunstform ist und die Phantasie zu immer neuen Kreationen anregt. Wie ein neugeborenes Kind bekam jede ihrer Decken einen passenden Namen.


1984 bis 1994 arbeitete Filiz Taskin (damals Yüreklik) an ihren Patchwork Decken im Filiz Laden, Kreuzberg, Muskauerstr 30. In dem Handarbeit und Kunst Geschäft bot sie allerlei hand gefertigte Unikate wie z.B. auch gestickte Pullover, Sommerröcke und Kulturtaschen. Es befand sich gegenüber vom Künstlerhaus Bethanien am Mariannen Platz, somit erweckte sie allen Künstlern, die dort anstreiften die Aufmerksamkeit ihrer besonderen Vitrine, die von Zeit zu Zeit hübsch gewechselt wurde. Ihre Harmonie der Gestaltung spiegelte sich in die Atmosphäre die im Laden Einklang fand. Kunden, die zu Bekannten wurden und Freunde, die zu Kaffee vorbeischauten machten ein typisches Bild des Ladens aus. Auch die Üppigen Pflanzen, Kreuzberger Wanderbücher, Tai-Chi-Hosen und handgestrickte Pullover setzten das Bild des damaligen Kreuzbergs fest. Anfangs als ein abgelegener Ort später nach dem Mauerfall als ein begehrenswerter Standort machte den weiteren Erhalt des ohnehin schwierigen Verkauf von Handgefertigtem quasi unmöglich. Mit vielen fortlaufenden Ausstellungen präsentierte die Filiz ihre Schmuckstücke an den Wänden von Museen, Gärten und Saunen. Immer mit etwas extravaganter Idee wurden die vielen Farbharmonien ausgestellt. Nebenbei wurden persönliche Bestellungen angefertigt. Zu Geburtstagen oder zu besonderen Anlässen schenkte sie dem einen oder dem anderen mal eine Patchwork-Kulturtasche. Selbst die Doppeltages Decken wurden auf einem schmalen Standard Tisch designt. Sie setzte die gesamte Decke erst im Kopf zusammen und nähte sie dann komplett durch. Wenn man sich diese anschaut merkt man wie genial ihre Kreativität ist. An ihren letzten Jahren konnte sie den Faden nicht mehr in die Nadel durchziehen und begab sich mehr in die Kunst der Häkelei, auch mit fantastisch bunten Decken bewies sie ihre Harmonie mit den Farben. 2024 mit 79 Jahren hinterließ sie an die 60 Patchwork Decken in voller Farbharmonie aus unterschiedlichen Materialien mit samt ihren eigenen Namen und Geschichten. Manchen von ihnen wurden sogar ein kurzes Gedicht zugewiesen. Diese könnten als eine Wanddekoration wohl eher geliebäugelt werden um ihre Einstellung zu schätzen.